Filmskandal und gesellschaftlicher Wandel

Vom 17. bis 19. Februar 2010 fand in Gießen die Tagung Medien.Kultur.Wandel statt, organisiert von der Research Area „Culture and Performativity“ des Graduate Centre for the Study of Culture statt. Das Panel „Transgressionen“ versammelte u.a. Beiträge über Grenzüberschreitungen im Horrorfilm und Körperverletzungen in der Performancekunst – und über Filmskandale. Mein Paper mit dem Titel „Skandalgemeinschaften“ fragte am Beispiel von Ludwig der Zweite, König von Bayern (D 1929) nach der vergemeinschaftenden Wirkung von Skandalen vor dem Hintergrund der Erfahrung gesellschaftlichen Wandels.

„Skandalgemeinschaften“

Kulturgeschichtetag in der Kulturhauptstadt

Vom 12. bis 15. September fand in Linz, Kulturhauptstadt Europas 2009, an der dortigen Johannes Kepler-Universität der bereits zweite Kulturgeschichtetag statt. Ich war mit einem Vortrag im von Frank Bösch eingereichten und geleiteten Panel „Normen, Politik und Skandale im 20. Jahrhundert“ vertreten.

Mein Beitrag sollte am Fallbeispiel des Skandals um den Wilhelm Dieterle-Film Ludwig der Zweite, König von Bayern (D 1929) zeigen, wie Medien einen Skandal als einen solchen konstituieren, obwohl der betreffende Film fast gänzlich unbekannt ist. Der Skandal funktionierte dennoch, da in ihm moralische Empörung über Sachverhalte geäußert wurde, die unabhängig vom Film bestanden und vielmehr auf ihn projiziert wurden. So verhandelte dieser Skandal letztlich konkurrierende politische Deutungen und leistete einen Beitrag zur Bestätigungund Festigung regionaler Identitäten.

Weitere Vortragende waren Norman Domeier („Umkämpfte Männlichkeit. Homosexualität und Politik im späten Kaiserreich“) und Nils Kessel (Tödliche Grenzziehungen. Medizinskandale nach 1945“).