
Im aktuellen Heft von Rundfunk und Geschichte mit dem Schwerpunkt „Fernsehen und Bildung“ ist ein Beitrag von mir enthalten, der die auffällige Koinzidenz der Einführung des Schulfernsehens und der Modernisierung der bundesdeutschen Verkehrserziehung zwischen 1960 und 1985 untersucht.
Der Beitrag arbeitet heraus, dass die Hinwendung der Verkehrsziehung zu einer „Sinnes- und Wahrnehmungsschulung“ den Darstellungsweisen audiovisueller Lehrmitteln entgegen kam und der Zwang, sich didaktisch-methodisch neu zu erfinden, zeitlich mit einer Phase zusammenfiel, in der auch die Redakteur:innen des Schulfernsehens dessen Möglichkeiten erprobten. Gleichzeitig ermöglichte die Liaison von Verkehrserziehung und Schulfernsehen eine wechselseitige Legitimierung: Das Fernsehen unterstrich gegenüber Politik und Öffentlichkeit, dass es sich mit der Verkehrssicherheit eines unbestritten dringenden gesellschaftlichen Problems annahm. Und die Verkehrspolitik und die Expert:innen aus den Verkehrsorganisationen demonstrierten, dass sie ein modernes, zeitgemäßes, wissenschaftlich beforschtes und vermeintlich äußerst effektives Medium in den Dienst ihrer Sache zu stellen vermochten.
Die im Heft veröffentlichten Beiträge gehen zurück auf die vom Studienkreis Rundfunk und Geschichte veranstaltete Tagung „Fernsehen und Bildung – ein Missverständnis?“, die im Juni 2024 im Grimme-Insitut in Marl stattfand.
Schulfernsehen und die Modernisierung der Verkehrserziehung in Westdeutschland (1960-1985), in: Rundfunk und Geschichte 51 (2025), Nr. 1/2, S. 45-59.








